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Samstag, 30. Mai 2015

Der letzte Wunsch - Der Hexer 1 (A. Sapkowski)

Kurzweilig, witzig und spannend. 

Der Hexer Geralt von Riva verdient sein Geld mit Kämpfen gegen Ungeheuer aller Art. Über einen Mangel an Aufträgen kann er sich nicht beklagen, denn es gibt genügend Leute, die dringend Hilfe gegen Vampire, Drachen und andere dämonische Wesen brauchen. Als Geralt eines Tages einen Luftgeist befreit, schlägt ihn dieser mit der verhängnisvollen und quälenden Liebe zu der schönen Zauberin Yennefer. Und dann wird Geralts bester Freund schwer verletzt und braucht seine Hilfe...

Geralt von Riva - eigentlich eher ein Antiheld als ein strahlender Ritter. Als Kind wurde er im Rahmen eines Schwurs nach Kaer Mohen gebracht, wo er durch verschiedene Experimente zum Hexer mutierte.
Seitdem zieht er durch die Welt, um die Bevölkerung vor  zahlreichen Bedrohungen zu schützen - natürlich gegen Bezahlung.

Der Protagonist Geralt ist ein Hexer mit Ehre, er befolgt einen Kodex, auch wenn es sein eigener ist. Sein Auftreten ist immer sehr authentisch, er nimmt kein Blatt vor den Mund und hat einen unglaublich trockenen und sarkastisch-ironischen Humor.
Insbesondere mit seinem Freund Rittersporn, berühmter Barde, liefert er sich häufige Schlagabtausche, bei denen sich beide in nichts nachstehen.

"Der letzte Wunsch" ist eine Art Sammlung von kürzeren Episoden, in denen sehr viel über die Vergangenheit Geralt von Rivas aufgedeckt wird. Die Geschichten sind, auch wenn sie nicht chronologisch erfolgen, in einer Rahmenhandlung eingebettet.

Fazit:

Unbedingt lesen, wenn man High-Fantasy mit einem kantigen "Helden" und einer großen Portion Humor zu schätzen weiß!

Mittwoch, 20. Mai 2015

Die Nacht, in der Zoey starb (D. Kilborne)

Kurzweilige und spannende Lektüre, leider etwas vorhersehbar.

Erstaunt begegnet Ashton auf dem College ihrer gesamten alten Clique wieder: Faith, Jonathan, Geri und sogar Julian, in den sie damals so verliebt war! Zwei Jahre haben sie sich nicht mehr gesehen, und kaum, dass sie jetzt auf dem College sind, passieren schlimme Dinge: So wird das Make-up von Faith, einer angehenden Schauspielerin, mit einer ätzenden Substanz versetzt, und Jonathan wird auf dem Campusgelände angefahren - vorbei ist es mit seiner Karriere als Schauspieler. Schnell keimt ein schrecklicher Verdacht in Ashton auf, warum es jemand auf die Clique abgesehen könnte, und dieser Verdacht führt zwei Jahre zurück in die Vergangenheit. Denn damals waren sie alle dabei, als eine Mutprobe für die Außenseiterin Zoe tödlich endete: Sie stürzte von einer Brücke in den Fluss und brach sich das Genick. Seither haben die Jugendlichen sich nicht mehr gesehen. Jetzt sind sie wieder zusammengekommen - und sollen für das, was damals geschah, bezahlen. Ist Ashton die Nächste? 
Ein unglücklicher Unfall wird einer Clique Jahre später zum Verhängnis, denn ein Unbekannter sinnt auf Rache...

Generell ist der Stil angenehm und flüssig zu lesen, Spannung kommt auch regelmäßig auf. Zudem hat die Autorin immer wieder neue, abgründige Ideen für einen schlüssigen Plot.
Nachdem "Die Nacht, in der Zoey starb" jedoch der ungefähr fünfte oder sechste Mystery-Thriller von Dana Kilborne ist, den ich gelesen habe, muss ich leider feststellen, dass die Handlung sehr vorhersehbar ist. 
Leider folgt die Festlegung des Täters immer nach dem gleichen Schema, sodass mir bereits nach wenigen Kapiteln klar war, um wen es sich handelt, während sich die Protagonistin immer weiter in Gefahr begeben hat.

Fazit:

Trotzdem kann ich "Die Nacht, in der Zoey" starb und auch die anderen Kurzromane von Dana Kilborne für eine leichte, aber spannende Lektüre nebenher empfehlen.

Dienstag, 19. Mai 2015

Eversea (N. Boyd)

Ein erfrischener Liebesroman, der jedoch mit wenig Neuem aufwarten kann.

Die zweiundzwanzigjährige Keri Ann traut ihren Augen nicht, als eines Abends der angesagte Schauspieler Jack Eversea in dem Restaurant auftaucht, in dem sie kellnert. Ihr verschlafenes Heimatstädtchen Butler Cove im Süden der USA ist so ziemlich der letzte Ort, an dem sie erwartet hätte, auf einen Hollywoodstar wie ihn zu treffen. Doch Jack hat Gründe, warum er aus L. A. geflohen ist. Und Keri Ann weiß, dass sie die Art und Weise, wie seine Nähe ihr Herz zum Rasen bringt, aus genau diesen Gründen ignorieren sollte. Denn egal wie gut die beiden sich verstehen oder wie sehr die Funken zwischen ihnen sprühen – die Welten, in denen sie leben, könnten unterschiedlicher nicht sein. Und eine Liebe zwischen ihnen ist unmöglich … oder?

Das Cover führt den Leser bereits in die richtige Richtung: Dezente Farben, verträumte und sommerliche Stimmung, Seifenblasen, die sich über eine Straße treiben lassen - der Inbegriff von Freiheit.

Der Schreibstil ist - ebenso wie das Cover - locker-leicht und und sehr angenehm zu lesen.
Keri-Ann, 22, lebt im kleinen Dörfchen Butler Cove und kennt dort die gesamte Einwohnerschaft bereits seit ihrer Geburt. Sie ist schlagfertig, hat eine große Klappe und wirkt die komplette Geschichte über sehr freimütig und natürlich.
Ihre beste Freundin Jazz, die ihr in allen Lebenslagen zur Seite steht, ist ein großer Fan von dem bekannten Schauspieler Jack Eversea. 
Ausgerechnet diesen verschlägt es nach der Trennung von seiner langjährigen Freundin in das kleine Kaff...
Das Kennenlernen der Protagonisten verläuft sehr humorvoll. Immer wieder manövriert sich Keri-Ann durch ihr loses Mundwerk und ihre spontane Ehrlichkeit in peinliche Situationen, sodass häufig ein amüsanter Schlagabtausch zwischen den beiden stattfindet.
Jack ist ebenfalls sehr sympathisch und besonders zu Anfang verwundert, dass Keri-Ann bei seinem Anblick nicht vor Ehrfurcht erstarrt. Fraglich, ob er tatsächlich ein so großes Ego hat, wie ihm von Keri-Ann unterstellt wird.
Sehr erfrischend ist ihre Art, unumwunden die Wahrheit zuzugeben, was die üblichen Missverständnisse im Bezug auf Gefühle vermeidet. Keri-Ann wirkt allerdings deutlich jünger als 22, sie könnte ohne Probleme auch als 16-Jährige durchgehen.
So sind einige Monologe, in denen sie sich über ihre Emotionen klar werden will, für meinen Geschmack etwas zu lang und zu repetitiv. Speziell am Ende des Romans gab einige wirklich langatmige Szenen.
Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte um Jack und Keri-Ann gut unterhalten, sodass ich dem zweiten Teil gegenüber nicht abgeneigt bin.

Fazit:

Obwohl es sich bei "Eversea" um einen typischen Liebesroman handelt, der mit wenig Neuem aufwarten kann, hebt er sich durch die locker-leichte Sprache und den spritzigen Humor von anderen Büchern des Genres ab.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Soul Screamers 1 (R. Vincent)

Ein in sich dermaßen unschlüssiges Buch habe ich seit Langem nicht mehr gelesen.

Sie kann keine Toten sehen, aber ...sie spürt, wenn jemand in ihrer Nähe sterben wird. Und dann zwingt eine unbesiegbare Macht sie zu schreien, so laut sie kann.Kaylee kann ihr Glück kaum fassen. Der schärfste Typ der Schule hat sie angesprochen! Nash hat die schönsten braunen Augen, die sie je gesehen hat. Als er sie auf die Tanzfläche zieht, glaubt Kaylee zu träumen. Aber das perfekte Date hat sie sich anders vorgestellt. Erst entdeckt sie ein Mädchen, das scheinbar von einem schwarzen Nebel umgeben ist. Dann wird Kaylee übel, und plötzlich lastet eine schreckliche Schwere auf ihr. Um nicht zu schreien, dass die Fensterscheiben zerspringen, rennt sie schweißgebadet raus. Wie peinlich! Nash muss sie jetzt für völlig verrückt halten. Doch seltsamerweise bleibt er ganz ruhig.Am nächsten Tag erfahren sie, dass das Mädchen tatsächlich tot ist. Bald sterben weitere. Und Kaylee ist die Einzige, die weiß, wen es als Nächsten trifft...

 Von Anfang an wird klar, dass sowohl Nash als auch Kaylee besondere Fähigkeiten haben: Bei ihr ist es sowieso kein Geheimnis und die wild wirbelnden Pupillen seiner grün-braunen Strudelaugen (Wie darf man sich das vorstellen?!) werden zu häufig erwähnt, als dass es ohne einen tieferen Sinn geschehen könnte.

Sie will also immer losschreien, wenn jemand in der Nähe in Kürze sterben wird. Als dann Nash die Info bereithält, dass sie eine Banshee ist – er übrigens ebenfalls, daher weiß er Bescheid – nimmt sie diese Neuigkeit sofort an. Im Gegensatz zu mir als Leserin stellt sich Kaylee auch nicht die Frage, wieso ihr Nash 1. so plötzlich nachstellt und 2. auf einmal Gefühle entgegenbringt, obwohl er die männliche Dorfmatraze der Stadt zu sein scheint. Soll uns dieses Detail kundtun, wie sehr er sich für sie geändert hat? Oder womöglich Spannung erzeugen?

Aber weiter im Text: Es gibt also Banshees, die den nahenden Tod besingen – die weiblichen können Seelen festhalten, die männlichen können diesen Seelen den Weg weisen, wenn's gut läuft sogar in den Körper zurück. Eine nützliche Eigenschaft, wären da nicht die Reaper, die dafür zuständig sind, die Menschen umzubringen, deren Zeit gekommen ist. Die Angehörigen dieses Berufsstandes (Ja, es wird als Beruf bezeichnet!) scheinen jedoch ziemlich unberechenbar zu sein: Aus unerfindlichen Gründen wird ständig eine nicht nachvollziehbare Panik verbreitet. Auf keinen Fall sollte man einen Reaper verärgern.
Warum, frage ich mich?
Sie arbeiten nach Listen, die sie von ihrem Chef bekommen – machen sie einen Fehler, so bezahlen sie es selbst mit dem Leben. Was können sie also schon groß tun?

Nachdem diverse Mädchen gestorben sind, kommen Nash und Kaylee mit der Hilfe von Todd auf die Idee, dass es sich gewissermaßen um einen Amok laufenden Reaper handelt: Diesen sieht Kaylee auch, als sie gemeinsam mit Nash die Seele ihrer besten Freundin in deren Körper zurück schickt. Warum zeigt sich die Reaperin und lächelt sie auch noch an, obwohl sie eigentlich nichts miteinander zu tun haben?

Der Beweggrund des Amokreapers ist schließlich recht einfach erklärt, ohne dass man irgendwelche Hintergründe erfährt: Es gibt einen Dämon (?) namens Belphegore, der Seelen haben will und in dessen Auftrag eben genannte Reaperin unterwegs ist. Warum? Keine Ahnung. Bekommt sie im Gegensatz zu den anderen Reapern, zu denen auch Todd gehört, keinen Ärger von ihrem strengen Boss? Was hat sie davon, wahllos Teenager umzubringen? Wieso müssen diese Mädchen unbedingt hübsch sein? Ist dann die Seele auch hübsch? Wieso macht sie das so verdammt auffällig?
Fragen über Fragen, die leider keineswegs aufgelöst werden.
Stattdessen stürzt sich die Autorin tatsächlich auch noch in das letzte Klischee:
Bereits als Kaylee erfährt, dass ihre Eltern beide Banshees sind und dass es möglich ist, eine Seele in einen Körper zurückzuschicken, dafür eine andere zu opfern, ist doch klar, was es mit dem Tod ihrer Mutter auf sich hat.
Aber weit gefehlt: Kaylee ist tatsächlich noch überrascht, als sie erfährt, dass sie die Zeit ihrer Mutter lebt – ganz im Gegensatz zum Leser.

Schlussendlich wird dann der Amokreaper mit einer Bratpfanne niedergeschlagen, die Seele der bösen menschlichen Tante, die einen Pakt mit ihm eingegangen ist, damit sie ewige Jugend erhält, nimmt er allerdings mit.
Warum der Pakt mit der Tante? Der Reaper hätte doch auch ohne sie alle Seelen einsammeln können? Was zum Geier bringt ihm diese doofe Tante?!
Egal.
Auf jeden Fall stellt sich schließlich noch heraus, dass Todd und Nash Brüder sind, zudem widr eine wilde Andeutung gemacht, dass es sich bei Kaylees Vater auch um einen reapenden Banshee handeln könnte – ist das möglicherweise der Aufhänger für einen zweiten Teil?

Zumindest ich werde das nicht nachprüfen...

Besonders die beiden Protagonisten sind für mich absolut nicht authentisch: Nash gibt sich zuerst als „düsterer Verführer“, der die Reaktionen, die er bei Kaylee auslöst, genießt und ausnutzt. Später mutiert er zum Kuscheltypen, der ihr ständig Halt gibt und auch echt grauenvoll einfühlsam ist. Vielleicht kommt sein wahres Ich ja noch irgendwann zum Vorschein.
Kaylee hingegen erscheint mir viel zu abgeklärt: Sie hat keine Probleme damit, sämtliche Informationen zu akzeptieren, egal wie durchgedreht sie sind.

Kurz noch zum sprachlichen Aspekt:
Mir scheint, der Lektor hat hier seinen Job ein wenig vernachlässigt. Wortwiederholungen sind wirklich häufig zu finden, auf einer Seite lodert beispielsweise direkt zweimal ein Feuer. Ansonsten ist mir aufgefallen, dass manchmal Pronomen vertauscht sind, als sei das Buch zuerst aus einer anderen Perspektive geschrieben worden.

Stilistisch ist „Soul Screamers“ zwar nicht anspruchsvoll, jedoch in meinen Augen trotzdem gelungen. Die Sätze sind weitgehend kurz gehalten und einfach verständlich: Die Dialoge und Gedanken der Protagonistin haben mir stellenweise ein Lächeln entlockt. Wäre die Geschichte etwas weniger dramatisch und dafür durchdachter: Ich hätte das Buch wirklich genießen können.

So stellen sich allerdings mehr Fragen, als beantwortet werden – und ich bezweifele, dass das die Absicht der Autorin war. ;)

Und schließlich:
Wenn sie im Rahmen des Showdowns so lange brauchen, um Sophies Seele wieder in den Körper zu packen, wobei ja ihr Herz stillstand: Wieso hat der Hirntod keine Auswirkungen auf sie?

Das Fazit spare ich mir an dieser Stelle...

Freitag, 24. Mai 2013

Ein ganzes halbes Jahr (J. Moyes) LIVE

Bewegend, jedoch gegen Ende mit einigen Längen.

"Lou & Will.
Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will."

Dieses Buch ist wieder eines aus dem Leseclub, in dem ich mitmache, und ich hätte es selbst wahrscheinlich nicht ausgewählt.
Das Cover, auf dem man den Scherenschnitt-Schatten einer Frau sieht, die einen Vogel fliegen lässt, umgeben von roten Blütenblättern, wirkt zwar schön, macht mich aber nicht neugierig.
Nach dem Lesen des Klappentextes und der ersten 50 Seiten fühle ich mich stark an "Ziemlich beste Freunde" erinnert: Ein Film, der mir zwar recht gut gefallen, der mich aber nicht mitgerissen hat.
Der Schreibstil ist, soweit ich das bisher beurteilen kann, flüssig, die Protagonistin ist humorvoll, selbstironisch und sympathisch, so dass ich das Lesen des Buches als Entspannung sehe.

Lou arbeitet seit sechs Jahren in einem Café, was ihr großen Spaß bereitet. Ihre Einnahmen sind wichtig für die Familie, da ihr Vater nur wenig verdient, während sich ihre Mutter um den kranken Großvater kümmert. Auch ihre Schwester Treena ist dabei keine große Hilfe.
Als Lou von einem auf den anderen Tag ihren Job verliert, schaut sie sich nach Alternativen um und landet als Pflegerin bei Will, einem Mann ungefähr in ihrem Alter, der seit einem Unfall von der Hüfte an gelähmt ist.

***

Nun bin an die Stelle gelangt, in welcher der Bezug zum Titel des Buches hergestellt wird: "Ein ganzes halbes Jahr" gibt Will dem Leben noch eine Chance, dann will er mit der Hilfe der Organisation Dignitas in Würde sterben. Seine Mutter hat es schon fas akzeptiert, aber Lou ist erschüttert, als sie von dem Plan erfährt und möchte zuerst nichts mehr mit der Familie zu tun haben.
Dann entschließt sie sich jedoch, den Versuch zu unternehmen, Will die Lebensfreude zurückzubringen.
Ich muss zugeben, dass ich schon häufig in Versuchung geraten bin, zur letzten Seite zu blättern um zu schauen, wie die Geschichte ausgeht, aber ich beherrsche mich.

***

Nachdem ich jetzt durch bin, muss ich beichten, dass ich kurz vor Ende doch nach hinten geblättert habe, weil ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht. "Leider" hat es mich an dieser Stelle nicht überrascht: Will geht tatsächlich freiwillig in den Tod und lässt Lou zurück. Meiner Meinung nach wäre auch jedes andere Ende unglaubwürdig gewesen: Er scheint so unter der Tetraplegie zu leiden und sein früheres Leben dermaßen zu vermissen, dass auch die Liebe zu Lou sein Leben für ihn nicht lebenswerter machen kann.
Auf den letzten Seiten fühlte ich mich von der Autorin ein wenig allein gelassen. Will bittet Lou darum, seine Familie hereinzuschicken, dann kommt schon der Epilog mit dem richterlichen Gutachten, das seinen Selbstmord bestätigt. Lou sitzt in Paris und liest einen Brief von ihm, aus dem nicht hervorgeht, ob ihre Liebe wirklich erwiedert wurde.
Generell bin ich mir nicht sicher, was ich von der besonderen Beziehung der beiden Protagonisten halte: Will scheint Lou nicht als gleichwertige Person zu akzeptieren, stattdessen bevormundet er sie, wo er kann. Sie bewundert ihn für seine weltmännische Art und lernt langsam, ihr Potenzial zu nutzen. Der Vergleich mit "My fair lady" / "Pygmalion" ist auf jeden Fall nicht von der Hand zu weisen.

Obwohl mich das Buch wirklich bewegt und gefesselt hat, war mir keine der Figuren sonderlich sympathisch. Lou mit ihrem ewigen Selbstmitleid, die solange nicht fähig ist, ihr eigenes Leben zu leben, bis sie förmlich dazu gezwungen wird. Will, der zwar ein schweres Schicksal hat, jedoch weder vor noch nach seinem Unfall ein angenehmer Zeitgenosse zu sein scheint. Ansonsten noch Lous egoistische Schwester, die nur ihr eigenes Wohlergehen im Sinn hat, und Nathan, der Pfleger, über den man so wenig erfährt, dass er farblos bleibt.

Fazit:

Ich habe das Buch innerhalb eines Tages gelesen und es hat mich zum Nachdenken gebracht, gerade weil ich mich schon häufiger mit dem Thema Sterbehilfe, sei es aktiv oder passiv, beschäftigt habe. Die Storie erinnert anfangs stark an "Ziemlich beste Freunde", weicht dann aber ab, so dass das Buch, das locker-leicht beginnt, doch noch eine Wende zur Ernsthaftigkeit erreicht.



Samstag, 11. Mai 2013

Ich habe den Todesengel überlebt (E. M. Kor / L.R. Buccieri)


Ein Mengele-Opfer erzählt

"Berührend und authentisch – eine der letzten Zeitzeuginnen erzählt
Eva Mozes Kor ist zehn Jahre alt als sie mit ihrer Familie nach Auschwitz verschleppt wird. Während die Eltern und zwei ältere Geschwister in den Gaskammern umkommen, geraten Eva und ihre Zwillingsschwester Miriam in die Hände des KZ-Arztes Mengele, der grausame »Experimente« an den Mädchen durchführt. Für Eva und ihre Schwester beginnt ein täglicher Überlebenskampf ...Die wahre Geschichte einer Frau mit einem unbezwingbaren Überlebenswillen und dem Mut, die schlimmsten Taten zu vergeben."

"cbj ist der Kinder- und Jugendbuchverlag in der Verlagsgruppe Random House" - Ganz deutlich ist, dass das Buch stilistisch in genau diese Sparte fällt, vielleicht sogar wirklich im Bereich der Kinderliteratur einzuordnen ist. Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Thema in dieser Form für diese Altersgruppe geeignet ist. Die wahren Erlebnisse sind schlimm und sollten nicht in Vergessenheit geraten, allerdings ist für mich die Kombination aus einfachem, kindgerechtem Schreibstil und inhaltlichen Grausamkeiten nicht nachvollziehbar. Die Lebensgeschichte der Autorin wird sehr schnell abgehandelt, die Seiten sind recht klein, so dass ich das Buch innerhalb von anderthalb Stunden gelesen habe.
Über "gut oder schlecht" möchte ich an dieser Stelle nicht entscheiden, es macht mich wieder fassungslos, was die Menschen in den Konzentrationslagern ertragen mussten.

Montag, 6. Mai 2013

Unearthly. Boundless (C. Hand) LIVE

Spontan und unmittelbar!


In dieser Rezension werde ich den Versuch unternehmen, direkt während des Lesens (und nicht nach Beendigung des Buches) meine Eindrücke niederzuschreiben.
"The past few years held more surprises than part-angel Clara Gardner ever could have anticipated. Yet through the dizzying high of first love to the agonizing low of losing someone close to her, the one thing she could no longer deny was that she was never meant to have a normal life.
Since discovering the special role she plays among the other angel-bloods, Clara has been determined to protect Tucker Avery from the evil that follows her . . . even if it means breaking both their hearts. Leaving town seemed like the best option, so she's headed back to California—and so is Christian Prescott, the irresistible boy from the vision that started her on this journey in the first place.
As Clara makes her way in a world that is frighteningly new, she discovers that the fallen angel who attacked her is watching her every move. And he's not the only one. . . . With the battle against the Black Wings looming, Clara knows she must finally fulfill her destiny. But it won't come without sacrifices and betrayal.
In the riveting finale of the Unearthly series, Clara must choose her fate once and for all."
Okay, sehen wir den Tatsachen ins Auge: Ich konnte es einfach nicht abwarten und habe mir den dritten Teil auf Englisch gekauft. Eigentlich war ja meine erste Fremdsprache Französisch, so dass ich mit Englisch nie so richtig komplett warmgeworden bin, aber in meiner Gier war ich nicht zu stoppen. ;)

Band 3 beginnt damit, dass Clara nach Californien zurückkehrt, um an der Uni zu studieren  - begleitet von ihren Engelskumpanen Christian (Ihr Seelenverwandter? Eine richtige Beziehung führen die beiden ja nicht und die wirkliche Verleibtheit scheint bei Clara auch zu fehlen.) und Angela (Leider nach wie vor eine für mich sehr unsymapthische Person, ich hatte ja still gehofft, dass sie in Wyoming zurückbleiben würde.^^). Nun wird das nicht sonderlich spannende Uni-Leben beschrieben, bisher sind folgende Vorkommnisse erwähnenswert:

  • Clara wird von einer Krähe verfolgt, bei der sie (Und ich übrigens auch!) annimmt, es sei ein Schwarzflügel. Mehr als fixieren und krähen macht das Vieh aber bis jetzt nicht - oder ich habe es aufgrund meiner fehlenden Englischkenntnisse verpasst. ;)
  • Claras Bruder Jeffrey taucht wieder auf, arbeitet bei einem Pizza-Unternehmen und hat angeblich seine Seelenverwandte gefunden. Er hat nach wie vor ein schlechtes Gewissen wegen dem Waldbrand, den er aus unerfindlichen Gründen (> Vision!) gelegt hat und möchte seine Schuld in irgendeiner Form abtragen.
  • Claras Vater taucht wieder auf und unterweist sie im Schwertkampf und in der "Kunst des Beamens" - nein, im Buch wird das natürlich anders genannt. ;) Als Clara ihre Teleportations-Fähigkeit alleine ausprobieren soll, landet sie promt bei Tucker auf der Ranch, der sich alles andere als begeistert zeigt. Sonst passiert aber auch nichts... Unnötig zu erwähnen, dass beide immer noch Gefühle füreinander haben, jedoch vom Schicksal auseinandergedrängt werden. Wenn's nur nicht so klischeehaft wäre...

Ansonsten gibt sich Angela weiterhin als Geheimniskrämer, so dass keiner weiß, was sie eigentlich tut. Unsympathische Figur, aber das sagte ich ja bereits.

Um Himmels Willen (sehr passend bei diesem Buch), jetzt ist sie auch noch schwanger...

*** Ich lese weiter. ***

Wobei ich zugeben muss, dass dieser Punkt ihr wiederum meine Sympathie einbringt: Obwohl sie augenscheinlich noch keine Ahnung hat, wie sie ihr Leben mit einem Baby meistern soll, bringt sie es doch nicht über's Herz, es abzugeben.
Der Vater des Kindes, ein illustrer Engel namens Phen, über dessen Beweggründe der Leser völlig im Dunkeln gelassen wird, ist jedoch alles andere als begeistert: Er lässt sie stehen und hat schon mehrere Kapitel lang nichts mehr von sich hören lassen.
Dafür lernt Clara endlich die Freundin ihres Bruders kennen, der scheinbar auch nicht über den Weg zu trauen ist. Momentan wirkt es, als sei das "Triplar"-Team umgeben von Feinden.
Samjeeza, der Schwarzflügel aus den ersten beiden Teilen, der Claras Mutter geliebt hat, taucht auch wieder auf, ist allerdings genauso wenig furchteinflößend wie zuvor und ich wundere - mich jedes Mal -, warum Clara immer wieder in Panik verfällt.
Was die "Beziehung" zwischen Christian und Clara angeht, so gibt es da immer noch keine Neuigkeiten. Nach wie vor bemerkt sie die starke Anziehungskraft und spürt durch ihre Fähigkeit, der Empathie, dass sich Christian zu hier hingezogen fühlt. Auf der anderen Seite ist sie jedoch der Meinung, diese Gefühle ergäben sich nur dadurch, dass sie beide vom Schicksal füreinander bestimmt wären.
Es könnte alles so einfach sein, wenn Clara sich nicht ständig auf Tuckers Ranch teleportieren würde - unabsichtlich. Ein Clara-Christian Happy End ist unmöglich, denn sie liebt den Cowboy. ;)

*** Ich lese weiter. ***

Jetzt bin ich endlich fertig geworden, dieser Teil weist wirklich einige Längen auf.
Es kommt dann zu einem Showdown, den Super-Clara jedoch auf allen Ebenen alleine regelt.
Die Engelssippschaft kommt, um Angelas Baby zu holen, dabei stellt sich heraus, dass der fiese Oberengel Asael ihr Vater ist. Die ominöse Freundin von Claras Bruder hängt auch mit drin und ist ihre Halbschwester.
Bei einem wilden Kampf erledigt Christian mit seinem "Glory sword" einen feinlichen Triplar - die Zwillingsschwester von Lucy - so dass das Baby gerettet werden kann. Angela wird jedoch in die Hölle verschleppt und Clara macht sich aufgrund dessen große Vorwürfe.
Mit der Hilfe von Samjeeza und Christian dringt sie in die Hölle ein um Angela zu retten und nimmt von dort gleich noch ihren Bruder mit, der sich unabsichtlicherweise auch da aufhielt. Sie teleportiert die ganze Gruppe zu Tuckers Ranch (mal wieder), hat jedoch dummerweise Asael auf ihre Spur gebracht. Dieser taucht auch prompt auf und bedroht Tucker, der mit seinem unnachahmlichen Timing genau in diesem Moment die Scheune betritt.
Clara opfert sich für ihn und erklärt sich bereit, Asael in die Hölle zu begleiten. Christian nutzt die Gelegenheit und verkündet, dass auch er Azaels Sohn sei - nicht wirklich überraschend, so viele Engel scheint es ja doch nicht zu geben. Somit sind fast alle irgendwie miteinander verwandt.
Asael packt Clara, die ihm ihr "Glory sword" zwischen die Rippen rammt, er kommt in den Himmel zurück, weil das Böse aus ihm heraus gebrannt wurde, und kann seine Wahl erneut treffen.
Tucker wird jedoch von der fiesen Halbschwester Christians und Angelas gepackt, sie fliegt mit ihm davon - Clara hinterher. In großer Höhe lässt sie ihn fallen und er schlägt auf dem See auf, bevor er von Clara gerettet werden kann.
Sie birgt ihn aus dem Wasser und hält ihn tot in ihren Armen.
In diesem Moment dachte ich echt: "Oh, jetzt hat mich die Autorin überrascht.", denn ich war sicher, dass Christian das Zeitliche segnen würde, um der Liebesgeschichte nicht im Weg zu stehen.
Clara ist völlig fertig und teleportiert sich unabsichtlich ins Jenseits, wo sie ein letztes Gespräch mit Tucker führen kann, bevor er ins Licht geht. Sie gesteht ihm seine Liebe und legt all ihre Gefühle, ihre ganze Seele in den letzten Kuss...
... und dann lebt er wieder. *seufz* Er ist nun ein Prophet und hat eine längere Lebensspanne als ein normaler Mensch. Somit können beide in eine gemeinsame Zukunft blicken.
Christian zieht mit seiner Halbschwester Angela und seinem kleinen Neffen durch die Gegend, natürlich mit gebrochenem Herzen, aber das scheint niemanden mehr zu interessieren.

Fazit:


Unearthly 1 hat mir sehr gut gefallen, der zweite Teil war ganz gut. Der dritte Teil jedoch hat mich in vielen Passagen gelangweilt, so dass ich dachte "Nach los, jetzt soll mal was passieren.". Die Wendungen waren größtenteils vorhersehbar, wirklich überrascht hat mich nur, dass Clara nun auch noch Tote zurückholen kann. Gerade im Bezug auf den Schluss fand ich es aber mal erfrischend, dass der Protagonist wirklich alle Probleme selbst lösen kann, auch wenn sie plötzlich wirkt wie eine Superheldin.



Dienstag, 23. April 2013

Unearthly. Heiliges Feuer (C. Hand)

Tatsächlich habe ich auch den zweiten Teil gelesen... 

"Die 16-jährige Clara ist ein Schutzengel, mit übernatürlichen Kräften ausgestattet, dazu ausersehen, Menschen zu retten. Nicht so einfach, wenn man mitten unter ihnen lebt und nicht auffallen darf. Ihre erste Mission, einen Jungen aus dem Feuer zu retten, misslang. Claras Schwäche blieb nicht unentdeckt: Die schwarzen Engel - gefallene Seelen, die die Welt mit Traurigkeit überziehen – wollen Clara auf ihre Seite ziehen. Leider nicht ihr einziges Problem. Denn jemand, der ihr sehr nahesteht, soll in den nächsten Monaten sterben. Clara ahnt: Das Feuer war nur der Anfang."

Zugegebenermaßen: Sowohl Klappentext als auch Cover sind einfach zum Davonlaufen. Hätte nicht der kleine Buchclub, in dem ich seit Beginn des Jahres mitlese, "Unearthly" ausgewählt, so hätte ich dieses Buch NIEMALS freiwillig gekauft. Na, gewissermaßen habe ich das ja auch nicht getan. ;)

Nachdem mir der erste Teil ja recht gut gefallen hat, musste ich direkt lesen, wie es weitergeht. Leider weist Teil II einige Startschwierigkeiten auf, die Handlung kommt nicht so recht in Gang.Nichtsdestotrotz fallen die fiesen Twilight-Anspielungen bei mir auf fruchtbaren Boden: Für kleine Seitenhiebe auf Bella oder Edward bin ich ein dankbarer Abnehmer:
"Das ist doch jetzt wohl nicht der Anfang von so einer unheimlichen Sache, wo du nachts immer mal wieder auftauchst und mir beim Schlafen zuguckst, oder?" fragt er scherzhaft.
"Wenn ich nicht bei dir bin, stirbt ein kleiner Teil von mir", flöte ich.
Mir gefällt daran, dass die Autorin in diesen Fällen so wunderbar selbstironisch ist, da die beiden Geschichten ja tatsächlich diverse Parallelen aufweisen.
Ca. nach der Hälfte des Buches nimmt die Handlung an Fahrt auf: Verschiedene Geheimisse werden endlich aufgedeckt, auf deren Beleuchtung ich schon seit dem ersten Teil warte - einiges kam recht unerwartet, andere Aspekte waren doch schon recht vorhersehbar. Auf jeden Fall war dieser zweite Teil dann doch so spannend und bewegend, dass ich mir direkt den dritten Teil gekauft und auch schon mit dem Lesen angefangen habe.
Das ist der größte Nachteils des Kindles: Man kann sich die Bücher *sofort* draufladen und gibt so noch mehr Geld dafür aus...

Fazit:

Nachdem man sich durch die erste Hälfte geschleppt hat, zieht einen "Unearthly - Heiliges Feuer" immer weiter in seinen Bann. Ich bin gespannt auf den dritten Teil und hätte nicht erwartet, dass ich mich über mehrere Teile mit einer Engelsstory beschäftige.
Der Schreibstil ist zwar einfach, jedoch humorvoll und teilweise mit ironisch-sarkastischen Elementen, die mir auch schon aus den Twilight-Büchern bekannt sind. Generell erinnert die ganze Saga stark an die Twilight-Saga, worüber sich die Autorin jedoch bewusst ist. Im Gegensatz zur Truppe von Edward, Bella und Co. greift man sich bei der "Unearthly-Besetzung" jedoch nicht andauernd verzweifelt an den Kopf: Weniger Schnulz, mehr Witz ist hier die Devise.

Mittwoch, 17. April 2013

Unearthly. Dunkle Flammen (C. Hand)

Das Cover ignorieren wir mal...


"Die Erde steht still, wenn Engel lieben. «Am Anfang ist da ein Junge, mitten im Wald. So alt wie ich, um die sechzehn, siebzehn. Dabei sehe ich ihn nur von hinten. Ein orangefarbenes Licht erhellt den Himmel. Die Luft ist voller Rauch. Als ich einen Schritt auf ihn zugehe, knackt ein Ast unter meinen Füßen. Er hört mich, beginnt sich umzudrehen. In einer Sekunde werde ich sein Gesicht sehen. Genau da verschwimmt die Vision. Ich blinzle und er ist weg.» Clara gehört zu den Nephilim. Um ein Schutzengel zu werden, gilt es, eine Mission zu erfüllen. Doch das ist schwieriger als erwartet: Ein schwarzer Engel lässt ihre Seele in einen Abgrund stürzen und sie alles hinterfragen. Folgt Clara ihrer Bestimmung oder ihrem Herzen?"

Zuerst dachte ich ja: "Oh nein, nicht schon wieder so eine Engel-Story mit überirdischen Schönheiten und wahrer Liebe...", aber direkt nach den ersten Seiten war ich positiv überrascht. Zwar ist die Handlung nichts großartig Neues, aber der Schreibstil ist besonders: Sehr atemlos und dynamisch, zu Anfang fühlt man sich geradezu "überrollt", über Jahre hinweg vollzogene Entwicklungen werden innerhalb weniger Sätze wiedergegeben, die Autorin reißt den Leser förmlich mit sich.

Jetzt aber zur Handlung (Vorsicht, Spoilergefahr):
Clara erfährt mit 14 Jahren, dass sie, genau wie ihr jüngerer Bruder Jeffrey, Engelsblut in den Adern hat. Durch eine Vision im Traum wird ihr ihre persönliche Lebensaufgabe zugeteilt, die zu erfüllen ihre Bestimmung ist. Um die Erfüllung eben dieser Bestimmung dreht sich da ganze Buch, immer wieder wird betont, dass das Leben eines Viertel-, Halb- und Vollblutengels durch die persönliche Aufgabe seinen Sinn erhält und dass alles darauf ausgerichtet sein soll, diese umzusetzen.
Verschiedene Figuren treten nun auf:

Christian:
Er ist derjenige, der eng mit Claras Aufgabe verknüpft ist. Sie glaubt, ihn zu retten sei ihr Lebenszweck. Umso erstaunter ist sie, als sie feststellt, dass er ebenfalls ein Engelsblut ist und seinerseits ebenfalls dachte, sie retten zu müssen. Mich hat diese "schockierende" Eröffnung nicht erstaunt, es war recht klar, was es mit ihm auf sich hat. Der Sympathiefaktor ist gleich Null, die Figur wird so wenig beschrieben, dass sie total formlos bleibt. Wer weiß, was das Kerlchen noch auf dem Kerbholz hat.

Tucker:
Ein Typ, der sich Clara gegenüber zuerst absolut unmöglich verhält, es ist klar, dass er so sein Interesse an ihr tarnen möchte, dann aber ihr fester Freund wird. Zudem ist er der Bruder ihrer neuen besten Freundin Wendy.

Angela:
Noch ein Engelsblut, die irgendwie so gar nicht symypathisch wirkt. Gerade lese ich Band 2 um zu ergründen, ob sie möglicherweise doch zu den "Bösen" gehört oder vielleicht in irgendeiner Form mit Christian verwandt ist? Immerhin wird häufig ihr schwarzes Haar erwähnt...

Jeffrey:
Und noch ein Engelsblut und außerdem Claras jüngerer Bruder: Ein höchst verdächtiger Zeitgenosse. ;)

Mit Hilfe dieser Charaktere strickt die Autorin eine unterhaltsame Story zusammen, die zwar nicht überraschend, aber trotzdem unterhaltsam ist.

Fazit:

In großen Teilen erinnert "Unearthly" starkt an die Twilight-Saga, sowohl vom Schreibstil als auch im Bezug auf die vorkommenden Figuren und die Handlung - nur eben angepasst auf "Engel".
Trotzdem hat mir das Lesen Spaß gemacht, so dass ich bereits mit Band 2 begonnen habe.


Freitag, 12. April 2013

Dark Love (L. Habel)

Eine etwas andere Dystopie...

"Das Jahr 2195: Im Schatten einer neuen Eiszeit ist die Gesellschaft zerfallen, und die Menschen kämpfen gegen lebende Tote. Als die 17-jährige Nora entführt wird, verliebt sie sich ausgerechnet in deren Anführer. Sie erfährt, dass sie das Schicksal aller wenden kann. Doch sie muss sich entscheiden, auf welcher Seite sie steht ..."
Diese Buch wurde mir von zwei verschiedenen Personen empfohlen, die es beide ganz großartig fanden. Mag sein, dass ich dadurch mit zu hoher Erwartungshaltung ans Lesen gegangen bin, aber leider kann ich diese Meinung nicht teilen.
Die größte Schwierigkeit liegt meines Erachtens im häufigen Wechsel der Erzählperspektive: Sei es Nora, ihre beste Freundin Pamela, der "gute" Zombie Bram oder der berechnende Captain Wolfe - wenn der entsprechende Name nicht über dem Kapitel stünde, würde der Leser auf sprachlicher Ebene kaum bemerken, wer gerade seine Erlebnisse schildert.
Wobei, Brams Parts zeichnen sich durch die Verwendung der Phrase "Aber hey..." aus, was einmalig sicherlich gewollt schnoddrig wirkt, in mehrfacher Wiederholung jedoch einfach nervig ist.
Pamela und Nora unterscheiden sich nur in der Hinsicht, dass es sich eben um zwei verschiedene Personen handelt: Würde man sie austauschen, so würde die jeweils Andere genauso handeln und denken...
Auch die Entwicklung von Pamela wirkt auf mich an den Haaren herbei gezogen: Zu Anfang wird sie als typisches "Mädchen" beschrieben, die dann im Laufe des Buches plötzlich zur Heldin mutiert, weil sie so sein will wie ihre beste Freundin Nora: Diese Angleichung ist perfekt gelungen, zum Teil musste ich echt aufpassen, aus welcher Sicht die Dinge gerade geschildert werden.
Allerdings, das muss ich der Fairness halber hinzufügen, hat mich "Dark Love" abundzu zum Schmunzeln gebracht. Die Grundidee, statt glitzernder Vampire Zombies zu nutzen, ist originell. Durch die Seitenhiebe auf die typischen Vampir-Schnulzen und durch die sebstironische Wahrnehmung der Protagonisten, konnte ich dem Schreibstil durchaus etwas abgewinnen, auch wenn ich von der Story nicht überzeugt war.
"Ich war wirklich nicht gut in dieser "Ich mag dich wirklich sehr und möchte dir das durch erhöhte Aufmerksameit und den kreativen Einsatz meiner verfügbaren Mittel demonstrieren"-Sache."

Fazit:


Der zugrunde liegende Idee ist kreativ und originell, allerdings weist die Story gewisse Ungereimtheiten und Lngen auf, die auch durch den teilweisen recht witzigen Schreibstil nicht wieder wettgemacht werden können. Sollte es noch weitere Bänden geben, werde ich diese nicht lesen.


Donnerstag, 14. März 2013

Der Kuss des Kjer (L. Raven)


Eine weitere Autorin springt auf den Twilight-Zug auf...


"Mit einem Trick bringt Mordan, der erste Heerführer der kriegerischen Kjer, die junge Heilerin Lijanas vom Volk der Nivard in seine Gewalt. Im Auftrag seines Königs Haffren will er die Heilerin und ein zauberkräftiges Elixier, die »Tränen der weißen Schlange«, an den Hof bringen.
Lijanas aber hat nur einen Gedanken: Flucht! Doch je näher sie den als »Blutwolf« verschrienen Mordan kennenlernt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und er sich ebenso zu ihr. Er setzt alles dran, sie sicher an den Hof seines Königs zu bringen. Dort erwartet sie jedoch eine tödliche Überraschung …"


Bereits das Cover lässt Schlimmes erahnen: Das Profil einer leicht naiv dreinblickenden Frau, die den verhangenen Blick abwendet und irgendwo in die Ferne blickt. Darüber der Titel in roter, geschwungener Schrift.
Das Gute an der ganzen Sache: Bei der Kindle-Version sieht man das Cover nicht, ergo ist es auch nicht peinlich, damit irgendwo gesehen zu werden.
Nichtsdestotrotz hätte ich mir das Buch selbst wohl nicht gekauft.

Eigentlich bin ich recht neutral an das Buch herangegangen, das Titelbild ist ja nicht ausschlaggebend für die Qualität des Inhaltes, insofern habe ich also ganz unbefangen losgelesen.
Abgesehen von der „fl“-Problematik (Das ist dann wohl die Rache des Kindles für das Vermeiden des Covers!) hat es eigentlich gut angefangen. Finstere Männer und eine ominöse Aufgabe, das ist doch der Stoff, aus dem Legenden sind!

Der gute Mordan soll also für den armen, kranken Herrscher die Wundermedizin in Form von Lijanas und den „Tränen der weißen Schlange“ finden. Direkt in diesem Prolog zeigt sich schon, dass die Story am Ende natürlich NICHT auf die Heilung abzielt, natürlich steckt etwas anderes dahinter. So möge man mir verzeihen, dass ich am Ende des Buches nicht perplex auf die Zeilen gestarrt habe.

Aber weiter im Text:
Lijanas wird also entführt und ist zurecht empört, stellt dann aber schnell fest, dass ihre Entführer ein Haufen mehr oder weniger rechtschaffener Männer sind, die nur einem etwas merkwürdigen Ehrenkodex folgen. Nur einer von ihnen behandelt sie gaaanz schlecht: Der geheimnisvolle-[...]-düstere-gefährliche-[...]-fin stere (Sturm-)Augenklappenträger Mordan.
Relativ schnell ist klar, nach welchem Schema der Roman verlaufen wird:
Sie gerät in Schwierigkeiten – er rettet sie.
Er gerät in Schwierigkeiten – sie eilt zu seiner Rettung.
Natürlich inkl. der entsprechenden Verarztung, wozu es viele Gelegenheiten gibt.

Trotzdem fand ich die ganze Sache noch ganz nett...
...bis dann die Seuche in Cavallin ausbricht: 12 Tage braucht die Truppe, um auf die Idee zu kommen, dass das Trinkwasser verseucht ist! Wollen die mich denn für blöd verkaufen? Das ist die erste Ursache, die einem in den Sinn kommt, sobald die Gefahr der Ansteckung durch Körperkontakt ausgeschlossen ist! Ich saß ungläubig da und dachte „Nein, das darf nicht wahr sein. Eine Spannungskurve wird aufgebaut, zur besonderen Würze stirbt die halbe Stadtbevölkerung weg (na gut, das war übertrieben) und keiner kommt darauf, dass es am Wasser liegen könnte?

Ab diesem Zeitpunkt konnte ich die Protagonisten und somit den gesamten Roman nicht mehr ernst nehmen. Zeitweise war ich kurz davor, eine „Gnädige, hab' Erbarmen!“ -Strichliste zu führen, wurde dann nur davon abgebracht, weil in logischer Konsequenz eine „Es war Wahnsinn...“ -Liste hätte ergänzt werden müssen.

Ich glaube, ich habe mit dem Buch insgesamt drei Abende verbracht, die aber auf ca. eine Woche verteilt waren, weil mich die Story einfach nicht gefesselt hat.
Die Gedanken und Visionen der Charaktere fand ich zum Teil sehr anstrengend. Sehr schnell wird klar, dass Lijanas eine Wiedergeburt (oder ähnliches) von Aslajin ist. Soll uns das überraschen, nachdem einfach die Buchstaben neu angeordnet wurden?

Fazit:

Das Buch hat mich als begeisterten Fantasy-Leser irgendwie wütend gemacht. Der Plot war vorhersehbar, die beiden „Liebenden“ platt dargestellt, die Charaktere, die ich spannend fand – wie z.B. die Heerführerin oder auch den finsteren Magier, dessen Name ich vergessen habe – wurden nur kurz abgehandelt.
Zum Stil kann ich nicht viel sagen, da ich in der Hinsicht dank des Inhalts voreingenommen bin.

Eine Empfehlung würde ich bedingt aussprechen: Möchte man eine starke Frau und einen gefährlichen Helden bewundern, gerne mit ein wenig Liebesdrama, und dazu noch ein wenig Action haben, so ist das Buch genau richtig.
Sucht man aber einen „ernsthaften“ Fantasy-Roman, so ist man meiner Meinung nach hier an der falschen Adresse.
Ich werde in Zukunft einen Bogen um die Autorin machen.

Mittwoch, 27. Februar 2013

Tote Mädchen lügen nicht (J. Asher)


Ein Jugendbuch - das sollte man nicht übersehen!


"Die Stimme der Toten, ein Ruf nach Leben... Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was er hört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe sind es, die zu ihrem Selbstmord geführt haben, dreizehn Personen, die daran ihren Anteil haben. Clay ist einer davon ..."
Auf dieses Buch bin ich durch Zufall gestoßen, weil es eine Schülerin bei Facebook empfohlen hat. Als stolze Kindle-Besitzerin geht ja mittlerweile ein Einkauf richtig schnell. Ob das gut oder schlecht ist, sei mal dahin gestellt, ich tendiere sowieso dazu, viel zuviel Geld in Bücher zu investieren...
Der Titel "Tote Mädchen lügen nicht" lässt eher auf einen Krimi schließen, damit hat das Buch jedoch herzlich wenig zu tun. Vielmehr erfährt man aus zwei Perspektiven, wie es zum Selbstmord der Protagonistin kam und welche Ereignisse zu diesem letzten Entschluss geführt haben.
Interessant sind die Bewertungen bei Amazon: Entweder richtig gut (4-5 Sterne) oder extrem schlecht (1-2 Sterne).
Die schlechten Bewertungen stammen fast ausschließlich von erwachsenen Lesern, die sich über die fehlenden Beweggründe beschweren: Das Mädchen habe keine wirklichen Probleme, die über die normalen "Teenie-Sorgen" hinausgingen und sei zum größten Teil selbst schuld an ihren Depressionen. Natürlich kann man das so sehen...
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass nicht jeder potentielle jugendliche Selbstmörder tiefgreifende Probleme hat, sondern einfach am "Erwachsenwerden" scheitert. Wieso muss immer alles dramatisch sein? Warum sollte ein Autor nicht auch mal das Zerbrechen einer Persönlichkeit an den Anforderungen des Alltags zum Thema machen?

Fazit:

Unter dem Aspekt, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt, hat mir die Geschichte recht gut gefallen. Falls ihr neugierig geworden seid, dann macht euch doch einfach selbst ein Bild!

Freitag, 1. Februar 2013

Der Sünde Sold (I. Löhnig)


Spannender Anfang, grausiger Schluss: Was will man mehr? ;)


"Eine Frau will nur noch vergessen. Ein Mann fühlt sich berufen. Ein Kind verschwindet spurlos. Doch das ist erst der Beginn. Bald jagt Kommissar Konstantin Dühnfort im bayrische Mariaseeon einen sadistischen Mörder, der die Strafen der Inquisition das Licht der Welt neu erblicken lässt. Unter den Dorfbewohnern geht die Angst um. Einer von ihnen ist der Täter und Dühnfort muss ihn finden, bevor er erneut zuschlägt."

Agnes Gaudera zieht in das idyllische Dorf Mariaseeon, ihr einziger Wunsch: die Vergangenheit hinter sich lassen und endlich vergessen. Erst ein knappes Jahr ist es her, dass ihr Mann und ihre kleine Tochter bei einem Wohnungsbrand ums Leben kamen. Durch die schreckliche Dinge, die in Mariaseeon vor sich gehen, ist sie jedoch gezwungen, sich ihren Erinnerungen zu stellen.
Direkt nach ihrer Ankunft erfährt Agnes von ihrer Nachbarin, dass der Sohn einer Freundin, der fünfjährige Jakob, spurlos verschwunden ist. Das ruft auch die Kriminalpolizei mit Kommissar Dühnfort an der Spitze auf den Plan. Zuerst fehlt jedoch jede Spur.  Ausgerechnet Agnes ist es, die bei einer Joggingtour den entführten Jakob im Wald an einen Scheiterhaufen gefesselt findet. Schnell fördern die Ermittlungen zu Tage, dass es sich um einen religiösen Eiferer handelt, der die Sünder von Mariaseeon bestraft. Dahingehend ist der Mörder sehr kreativ und bedient sich verschiedenster Foltermethoden, die zum größten Teil von der Bibel inspiriert werden.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn immer mehr Sünder verschwinden und werden tot aufgefunden. Mit der Hilfe von Agnes setzt Kommissar Dühnfort die kleinen Informationsteilchen zusammen und kommt so auf die richtige Spur.
Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, sonst ist die ganze Spannung weg, immerhin solltet ihr den Krimi auch lesen!

Fazit:

Gelungener und interessanter Beginn mit authentischen Charakteren. Gegen Ende wird das Buch jedoch immer blutrünstiger und die Abgründe der menschlichen Seele scheinen bodenlos, womit der Leser durch den vergleichsweise harmlosen Anfang nicht rechnet.
Ein Pluspunkt: Nur wenige Passagen sind aus der Sicht des Mörders geschrieben, so dass immerhin nicht von Anfang an klar ist, um wen es sich handelt.

Mittwoch, 16. Januar 2013

Die Kalorienkönigin (B. Imboden) *BWB*


Charmant und locker: Perfekt für die Badewanne!


"Fettpolster? Die sollen bitte verschwinden! Männer? Die dürfen gerne bleiben, vor allem, wenn sie so knusprig sind wie die afrikanische Ferienbekanntschaft, die unverhofft vor der Haustür steht! So denkt jedenfalls die Journalistin Lucy, die mit zwei Mitbewohnerinnen in einer fröhlichen WG lebt. Sie schreibt eine wöchentliche Kolumne, ist auf Diät und berichtet in der Illustrierten über ihre Abnehmerfolge. Bald wird sie von ihren Lesern zur "Kalorien-Königin" gekürt. Ein unbequemer Thron. Und der Afrikaner, von Lucys Mitbewohnerin angeschleppt, bringt die eingespielte Frauen-WG ganz schön durcheinander..."
Eine nette Geschichte über wichtige Themen der Frauenwelt: Gewicht (bzw. Verlust desselbigen) und Liebe. Besonders viel gibt es nicht zu schreiben: Die Journalistin Lucy soll eine Kolumne für eine Frauenzeitschrift über ihre Abnehmversuche bei einer Gruppe, die verdächtig an die Weight Watchers erinnert, verfassen.
Sie hält sich erfolgreich ans Programm.
Sie nimmt ab.
Die Leser sind begeistert.
Sie reist nach Spanien, lernt dort einen Mann kennen.
Sie reist nach Kenia und lernt dort, dass es Wichtigeres im Leben gibt als die Figur.

Fazit:

Leichte Lektüre, die dem Leser häufig ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert, als Badewannenbuch absolut zu empfehlen. Ich werde es wohl in ein paar Jahren erneut hervorkramen und mich wieder amüsieren.

Mittwoch, 2. Januar 2013

Nijura (J. M. Nuyen)


Das Wildschwein Bruno - der geheime Held des Buches!

"Einen Augenblick lang stand der neue König reglos vor den Elfen. Dann hob er die Hände und schob sich die Kapuze zurück: Die steinerne Krone Elrysjar schmiegte sich um seine Stirn, glänzend wie Sumpföl. Der Rgen rann ihm über das Gesicht, wusch Erde und Schmutz fort und enthüllte das lächelnde Gesicht eines Menschen.Als die magische Krone der Elfen einem machtbesessenen Menschen in die Hände fällt, steht alles auf dem Spiel: das Fortbestehen des Elfenvolks, genauso wie das Gleichgewicht der Welt. Alle Hoffnungen ruhen auf der jungen Halbelfe Nill. Sie ist die Auserwählte - sie ist Nijura."
Leider (oder zum Glück?) erhielt ich das Buch ohne Schutzumschlag und hatte so nicht die geringste Ahnung, wovon es handeln sollte. Nach einem kurzen Prolog beginn die eigentliche Handlung mit der Geschichte zweier Straßenkinder, Scapa und Arane. Letztere wirkt auf Anhieb so unsympathisch, dass ich die ganze Zeit nur betete, dass es sich dabei nicht um die Protagonistin handelt...
...meine Gebete wurden mehr oder weniger erhört: Nachdem Arane und Scapa den obersten Gangsterboss von Kesselstadt mit ihrer Diebesbande besiegt und kurze Zeit als "Könige der Unterwelt" gelebt haben, verschwindet sie: Scapa hält sie für tot und verliert seinen Lebenswillen.
Währenddessen hat ein Mensch durch eine List die elfische Krone Elrysjar an sich gebracht und gebietet nun über alle Moorelfen. Die sog. "freien Elfen" (der Name ist hier Programm) haben nochmal Glück gehabt: Das Gegenstück zu Elrysjar, *hab den Namen vergessen*, nimmt die Gestalt eines Messers an, damit der unrechtmäßige Träger der Krone damit zu Fall gebracht werden kann. Praktischerweise macht Elrysjar nämlich unbesiegbar.

Nill, eine Halbelfe, hat von diesen Geschehnissen nichts mitbekommen: Sie lebt in einem Menschendorf und wird dort verspottet, gehänselt und für die niedrigsten Arbeiten gebraucht...
... bis sie das eben erwähnte Messer in einem hohlen Baum findet.
Die Dorfgemeinschaft ist erfreut, bietet dieser Fund doch DIE Gelegenheit, Nill endlich loszuwerden. So wird sie zum König der Moorelfen geschickt um ihm den Gegenstand zu bringen und der dann nicht mehr um sein Leben fürchten muss. Nebenbei bemerkt: Der König ist natürlich ganz übel, machthungrig und versklavt alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.
Nill zieht also los, trifft Elfen, schließt sich ihnen an und lässt sich natürlich überreden, das Messer dem König nicht zu schenken sondern ihn lieber damit zu erstechen.
Die "Helden" biegen leider auf ihrem Weg mehrmals in die falsche Richtung ab, so dass sie schließlich in Kesselstadt landen, wo sie auf Scapa treffen. Dieser entdeckt, dass Nill das "Wir-töten-den-König"-Messer trägt und schließt sich der Gruppe an, denn er macht den König für Aranes Verschwinden bzw. deren Tod verantwortlich.

Nach verschiedenen Schwierigkeiten landet die Truppe beim Turm des Königs, dessen Beschreibung den Leser irgendwie an Saurons Türmchen (Melas Morgul?) erinnert. Juhu. Alles läuft bestens, bis die "Helden" bis zum Träger Elrysjars vorgedrungen sind, dummerweise handelt es sich dabei um eine Frau...
... genau! Es ist Arane. Jippiiieh, sie ist wieder da.
Noch mehr als der Leser (Ironie!) freut sie Scapa, wird sofort abtrünnig und verbündet sich mit seiner großen Liebe. Diese hat übrigens dem vorhergehenden König (ebenfalls) mit einer Liste die Krone geklaut und ihn dann rückwärts in einen Abgrund gestürzt.
Irgendwann kommt es dann zum Showdown: Alle kämpfen, Nill kommt mit ihrem Messerchen um Arane zu erstechen, diese setzt dann schnell Scapa die Krone auf. Achja, Nill war in Scapa verliebt, hatte ich vergessen zu erwähnen. Natürlich ersticht sie ihn nicht, denn das erledigt er selbst.
Danach wird Arane von einer Herde Hirsche niedergetrampelt: Happy End!

Fazit:

Nachdem ich das Buch gelesen hatte, stellte ich fest, dass die Autorin erst 17 Jahre alt ist. Ja, das merkt man. Nicht nur am Schreibstil sondern auch am Inhalt, der leider an einigen Stellen nicht schlüssig ist. Die zugrunde liegende Geschichte ist wirklich nicht übel, allerdings eignet sie sich definitiv eher für jüngere Leser.
Mein persönlicher Held ist allerdings das Wildschwein Bruno!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Flammender Zorn - Die Tribute von Panem (S. Collins)


Das furiose Finale einer beeindruckenden Saga.


"Möge das Gute siegen! Möge die Liebe siegen! Das grandiose Finale! Katniss gegen das Kapitol! Schwer verletzt wurde Katniss von den Rebellen befreit und in Distrikt 13 gebracht. Doch ihre einzige Sorge gilt Peeta, der dem Kapitol in die Hände gefallen ist. Die Regierung setzt alle daran, seinen Willen zu brechen, um ihn als Waffe gegen die Rebellen einsetzen zu können. Gale hingegen kämpft weiterhin an der Seite der Aufständischen, und das, zu Katniss' Schrecken, ohne Rücksicht auf Verluste. Als sie merkt, dass auch die Rebellen versuchen, sie für ihre Ziele zu missbrauchen, wird ihr klar, dass sie alle nur Figuren in einem perfiden Spiel sind. Es scheint ihr fast unmöglich, die zu schützen, die sie liebt …"
Nachdem Katniss zum zweiten Mal die Hungerspiele überlebt hat, wird sie im zerstört geglaubten Distrikt 13 zum letzten Kampf gegen das Kapitol ausgebildet. Als Spottdrossel stellt sie das Symbol der Revolution und die Heldin des Volkes dar. Peeta wird währenddessen vom Kapitol gefangen gehalten, gefoltert und für deren machthungrige Pläne missbraucht. Katniss steht zwischen Fronten: Einerseits möchte sie die Ära des Kapitols beenden, andererseits fürchtet sie bei jedem Schritt, den sie unternimmt, dass Peeta dafür büßen muss. Es gibt nur eine Lösung: Die Rebellen befreien ihn und einige andere Gefangene aus den Klauen des Kapitols. Durch die Folter hält Peeta jedoch praktisch für das personifizierte Böse und kann nur mit Mühe davon abgehalten werden, sie zu erwürgen. Nur durch verschiedene Therapien und viel Zeit können die Folgen der Folter bezwungen werden, so dass auch Peeta am letzten Kampf gegen des Kapitol teilnehmen kann.
Katniss hat währenddessen immer noch Schwierigkeiten, zwischen ihm und Gale, der bei den Rebellen eine der führenden Positionen einnimmt, zu wählen: Diese Entscheidung wird ihr jedoch am Ende des Buches mehr oder weniger abgenommen...
Mehr möchte ich nicht verraten: Lest diese Saga! Es lohnt sich!

Fazit:

"Flammender Zorn" unterscheidet sich stark von den beiden vorhergehenden Bänden, einen großen Teil des Buches nehmen Schilderungen von Krieg, Kämpfen etc. ein. Wenn mir auch dieser Teil nicht so gut gefallen hat wie die beiden Vorgänger, so gehört er doch zu den besten Büchern, die ich bisher gelesen habe.

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Gejagt - House of Night 5 (P.C. & K. Cast)


Wider Erwarten besser als Teil 4 - viel schlimmer konnte es auch nicht werden! ;)


"Zoey ist wieder mit ihren Freunden vereint, und Stevie Rae und die roten Jungvampyre sind nicht länger Neferets Geheimnis. Aber eine ungeahnte Gefahr bedroht die neue Ruhe. Kalona, Neferets neuer Liebhaber, sieht umwerfend aus und hat das gesamte House of Night in seinen Bann gezogen. Und niemand scheint zu bemerken, welche Bedrohung von ihm ausgeht. Der Schlüssel, den es braucht, um seinen immer stärker werdenden Einfluss zu brechen, liegt in der Vergangenheit. Aber was, wenn diese Vergangenheit Geheimnisse offenbart, die Zoey nicht wissen will und Wahrheiten, denen sie sich nicht zu stellen traut?"
Von Band 1 bis 4 wurde "House of Night" in meinen Augen kontinuierlich schlechter, eigentlich ein Kunststück, wenn man bedenkt, dass mir der erste Teil schon nicht gefallen hat.
Die gute Nachricht: Band 5 setzt dem Ganzen nicht die Krone auf, stattdessen ist er sogar ein wenig besser als sein Vorgänger.
Im letzten Band ist Zoey mit ihren Vampirfreunden aus dem House of Night geflüchtet, da dort die finstere Oberpriesterin Neferet gemeinsam mit dem gefallen Engel Kalona die Macht ergriffen hat.
In der Kanalisation tut sich Zoeys Clique mit den roten Jungvampiren unter der Führung Stevie Raes, die gleichzeitig Zoeys beste Freundin ist, zusammen und schmiedet Pläne, wie sie die Menschheit vor den Bösen retten kann. Dummerweise hat sie ihre Männergeschichten jedoch immer noch nicht im Griff, so dass sie nach einer kleinen Auseinandersetzung mit ihrem menschlichen Freund Heath und ihrem Vampirgeliebten Eric schwer von einem Anhänger Kalonas verletzt wird: Um ihr Leben zu retten muss sie ins House of Night zurückkehren. Dort verbringt sie auch einige Zeit und findet (natürlich) eine Möglichkeit um Kalona zur Flucht zu zwingen, dabei spielen (natürlich) wieder die Elemente, ein katholisches Kloster voller Nonnen und Zoeys Großmutter eine große Rolle...

Fazit:

Noch zwei Bände, dann habe ich es geschafft. Momentan überlege ich, mir diese auf Englisch zu kaufen, damit ich sie in einem Rutsch durchlesen und somit das Trauerspiel beenden kann. Na gut, ich gebe zu, dass ich auch ein wenig interessiert bin, wie sich die Geschichte weiterentwickelt, zumindest solange ich mich noch daran erinnere. Im Mai kommt Band 6 raus, bis dahin ist es wohl zu spät...

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Tief im Wald und unter der Erde (A. Winkelmann)


Ein unspektakulärer Krimi mit einigen Höhepunkten.


"Es lebt tief im Wald. Es verfolgt dich. Und es tötet …
Eine einsame Bahnschranke im Wald, dunkle Nacht. Seit an diesem Ort vier ihrer Freunde bei einem mysteriösen Unfall ums Leben kamen, wird Melanie von panischer Angst ergriffen, wenn sie hier nachts anhalten muss. Denn jedes Mal scheint es ihr, als krieche eine dunkle, schemenhafte Gestalt vom Waldrand auf ihren Wagen zu. Niemand glaubt ihr; bis die junge Jasmin Dreyer verschwindet, und ihr Fahrrad an der Bahnschranke gefunden wird..."
Eigentlich hatte ich das Buch gekauft, weil ich eine mysteriöse und unheimliche Geschichte erwartete. Allerdings wurde schon nach wenigen Seiten klar, dass es weniger um die Geheimnisse der dunklen Gestalt in der Nähe der Bahnschranke als um das Profil eines psychopathischen (Sind sie das nicht alle?) Mörder geht, der immer mehr Frauen verschleppt und anschließend tötet.
Nachdem ich mich an den Gedanken gewöhnt hatte, keinen Mystery-Thriller sondern einen Krimi vor der Nase zu haben, dauerte es nicht lange bis mich der Autor in seinen Bann zog.
Eine Besonderheit des Buches ist definitiv der Wechsel der Erzählperspektive, zum Teil wird sogar aus der Sicht des Mörders berichtet, was der Story ein wenig Würze verleiht. Die Handlung ist schnell erzählt:
Eine Kriminal(ober?)komissarin jagt mit der Hilfe ihrer Kollegen einen Mörder, der Frauen entführt, sie tief unter die Erde in einen Bunker verschleppt und dort tötet. Selbstredend kann er auf eine schlimme Kindheit zurückblicken, die immer wieder so gerne in diversen Krimis als Erklärungsversuch genutzt wird.
Nach einem dramatischen Showdown - Die lesbische Freundin der (Ober?)komissarin gerät in seine Fänge. - geht die ganze Sache natürlich mehr (Tod des Mörders) oder weniger (Tod einiger Personen im Verlauf der Handlung) gut aus.

Fazit:

Leider kann ich nicht behaupten, dass es sich bei "Tief im Wald und unter der Erde" um einen spektakulären Krimi handelt, vielmehr ist es einfach eine einigermaßen spannende Geschichte mit Höhen und Tiefen, die letztendlich zu einem (recht vorhersehbaren) Schluss führt. Sprachlich recht einfach gehalten ist dieses Buch innerhalb von wenigen Stunden durchgelesen und hinterlässt (zumindest bei mir) keinen bleibenden Eindruck.

Donnerstag, 15. November 2012

Das verlorene Buch von Montamar (M. Ronberg)


Das perfekte Buch zum abendlichen Vorlesen.


"Als Nick Münsterbach sich zusammen mit seinem Vater und seiner Schwester Tullia auf den Weg nach Montamar macht, ist er auf ein kleines Abenteuer gefasst: Denn schließlich tummeln sich auf der abgelegenen Felseninsel Figuren aus allen möglichen Geschichten und Romanen Ihre Autoren erwecken sie hier zum Leben, um sie zu studieren und zu verbessern. Doch das, was dann tatsächlich auf Montamar vor sich geht, hätte Nick in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet."
Da es sich bei dem "verlorenen Buch von Montamar" definitiv um ein Kinder- bzw. Jugendbuch handelt, verzichte ich hier auf eine nähere Besprechung der Handlung oder der verschiedenen Charaktere und komme direkt zum Fazit.

Fazit:

Ein Kinder- bzw. Jugendbuch, das ich auf jeden Fall irgendwann meinem Töchterchen vorlesen werde. Die Idee, dass Romanfiguren an einem Ort "figurisiert" werden können und dann dort gemeinsam mit ihren Autoren leben, so dass diese sie kennenlernen können, ist einfach toll. Die Story, die die Autorin um diesen Einfall gewoben hat, ist für junge Leser mitreißend und spannend, so dass ich "Das verlorene Buch von Montamar" nur empfehlen kann.

Dienstag, 6. November 2012

Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe (S. Collins)


Teil 2 der Panem-Saga steht seinem Vorgänger in nichts nach!


"Möge der Bessere gewinnen!Während Katniss und Peeta noch in ganz Panem als das tragische Liebespaar gefeiert werden, droht den beide bereits neue Gefahr. Denn Katniss ist mittlerweile zu einem Symbol des Widerstands geworden, der sich in einzelnen Distrikten erhebt, und das kann das Kapitol nicht dulden. Verzweifelt versucht sie, ihre Familie und vor allem Gale vor der Gewalt der Regierung zu schützen. Doch da sind auch noch ihre verwirrenden Gefühle für Peeta, die sich einfach nicht leugnen lassen. Und dann geschieht das Unfassbare! Katniss und Peeta müssen zurück in die Arena und diesmal wird es nur einen Überlebenden geben können…"
Katniss und Peeta haben im ersten Band erfolgreich die Hungerspiele bezwungen, allerdings ist besonders Katniss der Regierung - dem Kapitol - ein Dorn im Auge. Im Bewusstsein, dass das ganze Land die Übertragung im Fernsehen verfolgt, versucht sie sich selbst und Peeta zu retten, indem sie die Spielemacher unter Druck setzt und einen Doppelselbstmord mit giftigen Beeren initiiere will. Kurz bevor dieser gelingt werden die beiden jedoch aus der Arena geholt und vom ganzen Land als überlebendes Liebespaar gefeiert.
Das Kapital sinnt derweil nach einem Plan, wie Katniss, die mittlerweile zu einem Symbol der Rebellion geworden ist, aus dem Weg geräumt werden kann: Da die Hungerspiele ihr fünfundsiebzigstes Jubiläum "feiern", werden - um zu zeigen, dass sogar die Stärksten der Macht des Kapitols unterlegen sind - die Tribute aus dem Pool der Gewinner "ausgelost": Sowohl Katniss als auch Peeta müssen wieder in die Arena und diesmal kann es wirklich nur einen Sieger geben.
Ich möchte jetzt gar nicht viel über den weiteren Verlauf der Hungerspiele sagen, aber bei der Arena hat sich die Autorin diesmal selbst übertroffen.

Fazit:

Besonders beeindruckend war für mich die Scharade des Kapitols: Vor der Kamera wird Katniss als Heldin gefeiert, sobald die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist, wird sie bedroht und unter Druck gesetzt. Die wiederholte Teilnahme an den Hungerspielen scheint unumgänglich nur dazu gedacht zu sein, Katniss endlich und unwiderruflich aus dem Weg zu schaffen, die Überlegenheit des Kapitols kann nicht angegriffen werden.
Ein absolut empfehlenswertes Buch und eine fesselnde und gleichzeitig kritische Story, die hoffentlich im dritten Band entsprechend weitergeführt wird.