Mittwoch, 17. Oktober 2012

Metro 2033 (D. Glukhovsky)


Allmählich dröhnt mir der Kopf von zahlreichen russischen Namen.


Nachdem ich jetzt innerhalb ca. eines Monats "Kind 44", "Kolyma" und "Metro 2033" gelesen habe, ist es für mich fast undenkbar geworden, dass in einem Buch Charaktere auftauchen können, die nicht Iwan, Arcadi oder Olga heißen...
"Es ist das Jahr 2033. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des Metro-Netzes zurückgezogen und drot eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat. Dies sind die Abendteuer des jungen Artjom, der von seiner Heimatstation aufbricht, um die Metro vor einer dunklen Bedrohung zu bewahren. Denn die letzten Menschen sind nicht allein dort unten."
Das Buch beginnt sehr verheißungsvoll: Artjom lebt in der Moskauer Metro, da die Oberfläche der Erde für die Menschen nicht mehr bewohnbar ist. Unterirdisch hausen sie in Zelten, ernähren sich von Pilzen, Ratten und anderen merkwürdigen Dingen und müssen mit einem Minimum an Licht auskommen. Zu allem Übel werden die verschiedenen Metrostationen - alle übrigens mit unausprechlichen Namen - von den verschiedensten Gefahren bedroht, die u.a. von der radioaktiven Strahlung hervorgebracht wurden.
Artjoms Station wird seit geraumer Zeit von den sog. "Schwarzen", Wesenheiten mit stecknadelgroßen Pupillen und unnachgiebiger, schwarzer Haut, heimgesucht. Er selbst erhält von einem Fremden namens "Hunter" den Auftrag, seine Station zu retten und begibt sich auf die Reise durch das Moskauer U-Bahn Netz. Dabei trifft er auf die verschiedensten Metro-Bewohner: Nazis, Trotzkisten, Kommunisten, Anbeter des großen Wurms, Zeugsn Jehovas [...] - jede Station hält eine neue Überraschung für Artjom bereit.
Nachdem er eine lange Reise hinter sich hat, auf der er mehrmals nur gerade so mit dem Leben davongekommen ist, erkennt er endlich die wirklichen Absichten der "Schwarzen": Sie sind eine neue Form menschlichen Lebens (oder diesem zumindest ähnlich) und wollen mit den Menschen eine Symbiose eingehen: Ihre Fähigkeit zum Überleben, zum Leben an der Oberfläche, gepaart mit deren technischem Sachverständnis und allgemeinem Wissen. Kurz bevor Artjom die Menschen jedoch über diesen Plan informieren kann, schießen diese Raketen auf die Basis der "Schwarzen" ab, das Buch endet damit, dass diese (scheinbar) alle sterben. Das war's dann wohl mit der großen Chance für die Menschheit...

Fazit:

Gelegentlich wirkt die Handlung wie eine willkürliche und konstruierte Aneinanderreihung der Ereignisse, ein wirklicher Spannungsbogen baut sich nicht auf. Trotzdem erzeugt der Autor zeitweise eine sehr dichte und stimmungsvolle Atmosphäre, die jedoch leider von diversen Elementen, die einfach zu fantastisch sind um in die Moskauer Metro zu passen, wieder zerstört wird. Der Schluss ist für meinen Geschmack zu abrupt und schöpft bei Weitem nicht die Möglichkeiten aus, die durch die lange Reise durch die Metro gegeben wären.
Den zweiten Teil werde ich definitiv nicht lesen, auch das entsprechende PC-Spiel reizt mich nicht. Wer allerdings die Kombination Science-Fiction und Fantasy zu schätzen weiß, dem könnte "Metro 2033" richtig gut gefallen.

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